Ausflug der Klasse ERZ 17A vom OSZ Havelland in Friesack

Am 15. November 2019 besuchten wir das Hospiz „Wegwarte“ in Neuruppin. Wir reisten, in vorher abgesprochenen Fahrgemeinschaften an. Es war angesetzt, das alle um 9:00 Uhr da sein sollen, um 9:30 sollte es beginnen. Wir gingen alle mit sehr unterschiedlich Gefühle dort hin. Einige von uns, mit sehr schlechten, andere mit positiven Gefühlen. Frau Stiefel teilte uns mit, dass wir in das Obergeschoss gehen sollen, dort wurden wir von Christine Wiegand herzlich begrüßt. Es stand für uns Kaffee und Tee bereit und wir konnten uns erste Eindrücke verschaffen. Christine Wiegand leitet die Trauergruppe „Lumina“. Dort werden von ihr Kinder ab 6 Jahre begleitet, wenn es um die Themen Trauer und Sterben geht. Jeder erzählte am Anfang etwas über sich mit einem Stein auf dem verschiedene Zeichen rauf gemalt wurden, wie zum Beispiel: eine Sonne, ein lachender Smiley oder eine schwarze Wolke. Sie fragte uns was uns interessieren würde zum Thema Trauer-Bewältigung bei Kindern. Dort kam einiges zusammen. Sie stellte uns mit einer PowerPoint-Präsentation alles vor und viele unserer Fragen wurden damit beantwortet. Sie erklärte uns, dass Kinder nicht nur trauern wenn jemand verstirbt. Nein, Kinder trauern auch, wenn man ihnen ein Kuscheltier wegnimmt oder sich die Eltern trennen. Sie erklärte uns ebenfalls, dass Kinder in Pfützen trauern. Das bedeutet, dass Kinder in der eine Minute trauern und in der andere Minute, auch wieder lachen können. Sie sagte uns auch, dass es nicht darum geht, los zulassen sondern um das Behalten dürfen.

Das Hospiz macht auch Präventive Arbeit mit Grundschulkindern, dieses Projekt nennt sich „Hospiz macht Schule“. Das fanden wir ebenfalls sehr interessant, weil dies bei uns nicht so vertreten ist. Die Trauerarbeit wird ausschließlich nur von Spenden finanziert, dies bedeutet, es ist für Familien sowie Angehörige kostenfrei. Nach einer kurzen Pause erzählte uns Christine, was sie mit den Kindern alles macht und was ihnen gut hilft. Christine nutzt gemeinsam mit den Kindern einige Sachen, wie zum Beispiel: Die Trauersalbe, die an Stellen aufgetragen wird, um den Schmerz zu lindern. Diese stellt sie selbst mit den Kindern her. Ebenfalls lagen dort Sachen, wie eine Gefühlsraube und Gefühlsteine, die den Kindern eine Hilfe sein können. Am Ende des Tages, zeigte uns Christine die Einrichtung. Im Hospiz ist ein großes, vielfältiges Team vertreten mit Krankenschwestern, Altenpflegern und auch Heilerziehungspfleger. Eine Mitarbeiterin, bringt auch immer ihren Hund mit ins Hospiz, die Hündin kommt immer mit ihr zur Schicht und ist ein Teil des Teams geworden. Wir waren sehr überrascht, da es dort sehr wohnlich und vertraut ist. Die Gäste können ihre persönlichen Dinge mitbringen und auch die Angehörigen können dort übernachten. Wenn ein Gast in der Einrichtung verstirbt, wird eine Kerze im Flur angezündet und an die Tür des Zimmers des Verstorbenen wird ein, nur für diese Einrichtung, hergestellter Türanhänger ebenfalls mit einer Kerze an die Tür gebracht. Das Hospizteam geht auf die Wünsche und Bedürfnisse jedes Einzelnen ein. Es gibt dort 12 Plätze. Das Hospiz besitzt außerdem ein Tageshospiz, hier verbringen Besucher den Tag gemeinsam. Am Ende hat Christine uns noch den Garten der Erinnerung gezeigt. Der ist für alle da. Jeder der möchte, kann dort hin und an diesem Ort seinen Gefühlen freien Lauf lassen. Es war für uns sehr interessant und unserer Bild vom Hospiz hat sich geändert. Jeder von uns geht nun anders an die Themen Trauer und Sterben heran. Trauern muss nicht immer negativ sein. Wir dachten auch, dass jeder der ins Hospiz kommt, dort stirbt. Christine erklärte uns, dass das nicht sein muss. Es gibt auch Gäste, denen es wieder besser geht und die nach Hause oder ins Betreute Wohnen können. Wir bedanken uns herzlich für diesen Besuch bei Christine und ihrem Team sowie bei Frau Stiefel.


Liebe Grüße ERZ17a