MAZ 2019-03-27

350. Alleebaum zwischen Strodehne und Kiez gepflanzt

Seit 2004 kümmern sich angehende Straßenwärter im Rahmen eines Ausbildungsprojektes um den Erhalt der Allee zwischen Kietz und Strodehne. Am Mittwoch wurde der 350. Baum gepflanzt. Mit prominenter Unterstützung.

Finanzminister Christian Görke legte beim Pflanzen des Jubiläumsbaums selber Hand an.
Quelle: Markus Kniebler

Strodehne Wenn der Finanzminister in dienstlichem Auftrag aufs Land fährt, um an einer Baumpflanzung teilzunehmen, dann kann das zwei Gründe haben: Entweder hat er die Pflanzung bezahlt, oder es handelt sich um ein Vorhaben von besonderer Bedeutung. Am Mittwochvormittag war Letzteres der Fall. Zwischen Kietz und Strodehne brachten angehende Straßenwärter eine Linde in den Boden. Nicht irgendeine. Es war der 350. Alleebaum, der seit 2004 auf dem rund acht Kilometer langen Landesstraßenabschnitt gepflanzt wurde.Nachdem sich alle im OSZ mit den erforderlichen Arbeitsschritten zur Neupflanzung beschäftigt haben, begann am Montag, den 25.03.19, während der Ausbildung im ÜAZ die Pflanzung von 25 Jungbäumen an gleicher Stelle. Alle sind eifrig dabei, üben sich im Wurzel -und Kronenschnitt, Sichern der Bäume und Herstellen von Gießrändern und trotzen dem widrigen Wetter.

Auch im 14. Jahr des Ausbildungsprojektes sind alle von dem positiven Effekt für die Ausbildung, einschließlich der Auszubildenden überzeugt! Und inzwischen werden wir tatkräftig von ehemaligen Azubi der SM Rathenow neben erfahrenen Kollegen unterstützt!

Zwischen Kiez und Strodehne wurde am Mittwoch der 350. Alleebaum seit 2004 gepflanzt. Finanzminister Christian Görke nahm das zum Anlass, sich bei den angehenden Straßenwärtern zu bedanken.

Christian Görke lobte zum einen, dass der Landesbetrieb sich seit 15 Jahren mit großem Einsatz darum bemühe, die das Landschaftsbild prägende Allee im Rhinower Ländchen zu erhalten. Noch wichtiger war ihm aber die Tatsache, dass diese Aufgabe ausnahmslos von Auszubildenden erledigt wird.

Brandenburg sei ein Flächenland mit einer aufwendigen Straßeninfrastruktur, sagte der Minister. Die Pflege und der Erhalt dieses Straßennetzes sei eine immens wichtige Aufgabe. „Wir brauchen Sie“, sagte Görke den jungen Männern und Frauen in Orange. „Sie haben sich für einen wichtigen Beruf entschieden.“

Schützenswerte Alleen

Das Land Brandenburg ist das deutsche Bundesland mit den meisten Alleen. Von insgesamt 5000 Landes- und Bundesstraßenkilometern sind 2200 Kilometer von Bäumen gesäumt.

Im Jahr 2000 verpflichtete sich das Land Brandenburg mit dem Alleenerlass, die brandenburgischen Alleen zu erhalten und zu erneuern.

Die Allee zwischen Kietz und Strodehne ist eine Landesstraße (L 17). Diese ist rund acht Kilometer lang.

30 Prozent der Bäume dieser Allee sind über 100 Jahre alt. Der Rest wurde in den 30er/40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts gepflanzt.

Im Jahr 2004 startete der Landesbetrieb Straßenwesen ein Ausbildungsprojekt zum Erhalt der Allee. Bis heute beschäftigen sich angehende Straßenwärter mit diesem Straßenabschnitt im Rhinower Ländchen.

Seit dem Start des Projektes vor 15 Jahren wurden auf dem genannten Abschnitt 350 Linden gepflanzt.

Betrachtet man die L 17 von Friesack bis Strodehne, fällt die Bilanz noch beeindruckender aus. In den vergangenen 15 Jahren wurden auf diesem Abschnitt der Landesstraße 982 Bäume gepflanzt.

Das Strodehner Alleenprojekt spielt bei der Ausbildung der Straßenwärter eine wichtige Rolle. Als im Jahr 2004 etliche ehrwürdige Bäume auf dem besagten Abschnitt gefällt werden mussten, entschloss sich der Landesbetrieb, den Erhalt der Allee angehenden Straßenwärtern zu übertragen. Seitdem hat die Pflege der L 17 einen festen Platz im Ausbildungsplan der jungen Leute.

Bei dem Projekt lernen sie nicht nur, wie man einen Baum ordnungsgemäß in die Erde bringt. Sie sind auch verantwortlich für die Vorbereitung und die Nachsorge. Im Unterricht klären sie die rechtlichen Dinge, die mit einer Baumpflanzung einhergehen. Sie ermitteln die Kosten, bestellen das Material und planen die Pflanzaktion. Die Sicherung der Baustelle muss dabei ebenso bedacht werden wie die Dokumentation des Geschehens. Und wenn es so weit ist, bringen sie die Bäume in die Erde: Heben das Loch aus, setzen den Baum ein, installieren die Stabilisierungspfosten, die dem jungen Baum Halt geben, geben Dünger in das Pflanzloch, füllen es mit Erde auf und versorgen die Pflanze mit Wasser.

Christian Görke verfolgte am Mittwoch jeden dieser Arbeitsschritte mit offenkundigem Interesse. Und er ließ es sich nicht nehmen, bei der Verfüllung des Lochs selber zum Spaten zu greifen.

„Wir schlagen hier zwei Fliegen mit einer Klappe“, sagte Karsten Ziehm, Leiter der Straßenmeisterei Rathenow. Zum einen werde durch konsequentes Nachpflanzen der Charakter der Allee erhalten, die zu den prachtvollsten ihrer Art zähle. Zum anderen gebe man angehenden Straßenwärtern die Gelegenheit, Ausbildungsinhalte lebensnah zu erlernen.

Auch beim Baumpflanzen muss es exakt zugehen. Und das nicht nur, wenn ein Minister kommt.
Quelle: Markus Kniebeler

Dass es mit dem Projekt bald zu Ende gehen könnte, muss nicht befürchtet werden. Rund 800 alte Alleebäume säumen die Straße zwischen Kietz und Strodehne. Etliche dieser Bäume sind bereits weit über 100 Jahre alt. „Aus Sicherheitsgründen müssen hier regelmäßig Bäume gefällt werden“, sagt Ziehm. Es werde also auch in den kommenden Jahren notwendig sein, Bäume nachzupflanzen. Wenn der Straßenwärter-Nachwuchs weiterhin so zuverlässig arbeitet, muss man sich um diese Allee keine Sorgen machen.

Von Markus Kniebeler